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Energiefrage

Welche Kaffeezubereitungsart ist die umweltfreundlichste?

Ohne ein Tässchen Kaffee wäre das Leben doch nur halb so schön, oder? Kapselmaschine, Vollautomat oder klassischer Filterkaffee: Wir testen, welche Zubereitungsart in Sachen Müll, Stromkosten und Wasserbilanz am heißesten ist.

Handelsübliche Filter lassen sich gut kompostieren und sorgen für eine gute Ökobilanz.

„Die menschliche Geisteskraft steigt proportional zur getrunkenen Kaffeemenge“. Das sagte Sir James Mackintosh, schottischer Philosoph, bereits um 1700 – und auch heute werden das noch viele Kaffeeliebhaber bestätigen. Wie der Kaffee am liebsten zubereitet wird, da hat jeder seine eigene Angewohnheit: den Knopf auf dem Vollautomaten drücken, eine Kapsel in die Maschine stecken, den Filter mit Kaffeepulver befüllen oder unterwegs einen schnellen Coffee-to-go holen.

Klar: Dass Coffee-to-go-Becher, die nur einmal genutzt werden, Unmengen von Müll verursachen, ist mittlerweile weitreichend bekannt. Viele lassen daher bereits ihren eigenen wiederverwendbaren Becher im Coffee Shop auffüllen. Trotzdem verbrauchen wir in Deutschland immer noch 2,8 Milliarden Wegwerfbecher und 1,3 Milliarden Deckel pro Jahr! Das ergab eine 2019 veröffentlichte Studie des Umweltbundesamts. Würden wir alle Einmalbecher, die pro Jahr nur in Deutschland im Müll landen, hintereinander aufreihen, dann könnten wir 3,5-mal die Erde umrunden! Eine kaum vorstellbare Masse – und noch sehr viel klimafreundliche Luft für Verbesserungen.

Unglaublich hoher Wasserverbrauch

Es entsteht jedoch nicht nur enorm viel Müll, auch eine riesige Menge Wasser wird verbraucht – und zwar noch bevor wir überhaupt den Wasserhahn aufgedreht haben. Die Herstellung macht's: Um ein Kilogramm Röstkaffee zu erhalten, werden 21.000 Liter Wasser gebraucht. Das sind umgerechnet mehr als 140 Liter pro Tasse! Daher lohnt es sich, beim Einkaufen nachhaltigen Kaffee zu wählen. Denn der Unterschied ist gigantisch: Die Kaffeekultivierung kann zwischen ein und 70 Prozent der Umweltbelastung einer Tasse Kaffee ausmachen! Preislich liegt der Biokaffee oft gar nicht über dem aus Kapsel oder Pad. Hochgerechnet kommt ein Kilo Kapselkaffee auf 50 bis 80 Euro, Kaffee mit Bio- und Fairtrade-Siegeln liegt bei circa 26 Euro. Noch umweltfreundlicher ist verpackungsfreier Kaffee direkt vom Röster.

Auf meine Art

Zu guter Letzt macht es natürlich auch die Art, wie wir unseren Kaffee zubereiten (lassen). Das Schweizer Forschungsinstitut Empa hat Kapseln, Kaffeepads und Filterkaffee verglichen. In Sachen Ökobilanz gewinnt der Filterkaffee klar. Da sich handelsübliche Filter gut kompostieren lassen, fällt so gut wie kein Müll an. Positiver Nebeneffekt: Eine Tasse kostet nur rund 5 Cent.
Als Zweiter auf dem Treppchen folgt der Vollautomat. Bei Siebträgermaschine und Vollautomat spielt vor allem die Herstellung der Geräte eine große Rolle für die Ökobilanz. Nur wenn sehr viel Kaffee portionsweise getrunken wird, lohnt sich die Anschaffung. Wichtig im Betrieb ist: Nicht in die Stand-by-Falle tappen, sondern das Gerät ganz ausschalten.

Weniger gut fürs Klima sind Pads und Kaffeekapseln – wobei Pads immer noch etwas besser abschneiden laut einem Bericht des Bayerischen Rundfunks. Die Materialmengen von Kapseln und der Verpackung variierten je nach Anbieter sehr stark. Im Schnitt mache die Kapsel rund ein Viertel der Umweltbelastung einer Tasse Kaffee aus.

Eine gute Ökobilanz weisen auch die French Press und die Espressokanne auf – wenn man auch tatsächlich die gesamte gekochte Menge trinkt und wenn die Herdplatte nicht viel größer ist als das Espressokännchen.

(Quellen: Süddeutsche Zeitung, Forschungsinstitut Empa, br.de)