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Hinter den Kulissen des Weihnachtsmarkts

Gebrannte Mandeln, Schmalzkuchen und Glühwein: Für viele ist der Weihnachtsmarkt ein fester Bestandteil des Jahres. Er gehört einfach zum Winter dazu und bringt Gemütlichkeit in die kalte Jahreszeit.

Sehr beliebt: Kandierte Früchte machen auch optisch etwas her.
Immer wieder Neues: In diesem Jahr gibt es selbstgemachte Rentier-Lollies in Herzform.
Frohes Fest: Emojis mit Weihnachtsmannmützen lachen die Kunden an.
Hinter den Kulissen der Weihnachtbäckerei am Ballhof.
Stets einen lockeren Spruch auf den Lippen: das Inhaberpaar Susanne Bruck-Plexnies und Christoph Plexnies.
Der Star der Weihnachtsbäckerei: Schmalzkuchen nach Magdeburger Rezept.
Trendig: Einhorn-Lebkuchen darf in 2017 natürlich nicht fehlen.

Doch wie sieht es hinter den Kulissen aus? Wir haben die Inhaber des beliebten Süßigkeiten- und Schmalzkuchenstandes auf dem Weihnachtsmarkt in der Altstadt gefragt, wie viel Standgebühren sie zahlen müssen, womit sie am meisten Umsatz machen und welche Bedingungen optimal für sie sind.

Wenn es nach gebrannten Mandeln, kandierten Früchten und Schmalzkuchen duftet und knallbunte Lollis sowie Lebkuchenherzen vor Ihren Augen leuchten, dann stehen Sie vermutlich vor dem Stand von Susanne Bruck-Plexnies und ihrem Mann Christoph Plexnies am Ballhof. Ihr Sortiment umfasst unzählige Süßigkeiten in allen Formen und Farben. Gemessen am Umsatz gibt es einen eindeutigen Gewinner: „Schmalzkuchen laufen bei uns ganz klar am besten”, weiß Susanne Bruck-Plexnies, die das Familienunternehmen schon in der fünften Generation führt – gemeinsam mit ihrem Mann. Bei ihren Schmalzkuchen halten sie sich an ein Magdeburger Rezept ohne Ei und Milch. „Auf Platz zwei der umsatzstärksten Produkte folgen dann die kandierten Früchte”, ergänzt ihr Mann Christoph Plexnies.

Liebhaber-Produkte

Daneben gibt es Produkte, die nur in ganz kleinen Mengen vorhanden sind. „Eigentlich bieten wir die nur an, weil wir wissen, dass einige Leute nur deswegen herkommen. Sie erinnern sie an früher und sie freuen sich darüber”, erzählt die Inhaberin. Dazu gehören zum Beispiel Mokkaküsse – im Gegensatz zu Schaumküssen enthalten sie eine Mokkacreme. Die umsatzstärksten Tage sind Samstag und Sonntag. „An beiden Tagen ist ungefähr gleich viel los. Am Samstag geht es nur abends länger. Sonntags beginnt der Andrang früher und endet auch eher, weil viele Familien unterwegs sind”, sagt Susanne Bruck-Plexnies. Optimale Bedingungen bringt vor allem trockenes Wetter. „Man könnte vermuten, dass Schnee den Weihnachtsmarkt belebt, weil es dann gemütlich wird. Das Gegenteil ist aber der Fall. Die Leute haben dann Angst vor Glätte und lassen ihr Auto lieber stehen”, so die Inhaberin.

Erfahrung bringt Gelassenheit

Bereits seit 25 Jahren verkauft das Inhaberpaar, das in Garbsen wohnt, nun schon auf dem Weihnachtsmarkt in Hannover – davon zwölf Jahre am Ballhof. Darüber hinaus stehen sie auf vielen Schützen­festen, Frühlingsfesten und Ähnlichem in der Umgebung von Hannover, Wolfsburg und Bremen – insgesamt rund 100 Tage im Jahr. Die Highlights sind das Schützenfest in Hannover, der Freimarkt in Bremen und der Weihnachtsmarkt in Hannover – der etwa ein Viertel des Jahresumsatzes einfährt. Die Schwankungen bei den Einnahmen sind extrem. „Durch Stürme, viel Regen oder Kälte kann der Umsatz auf einem Markt ganz stark einbrechen. In diesem Jahr ist der Weihnachtsmarkt kürzer und uns fehlt ein komplettes Wochenende. Aber mittlerweile nehmen wir das gelassen. Wir rechnen nicht pro Veranstaltung, sondern sehen das ganze Jahr”, erklärt die Inhaberin.

Kostenpunkt Standgebühren

Die größten Ausgaben verursachen die Standgebühren und die Personalkosten. In der Gebührensatzung für die Benutzung der Märkte der Landeshauptstadt Hannover sind die Kosten pro Quadratmeter des Marktstandes genau geregelt: Auf dem Weihnachtsmarkt an der Marktkirche zahlen Anbieter von Getränken (mit und ohne Speisen) 169,04 Euro (zuzüglich Mehrwertsteuer), alle anderen Anbieter von Lebensmitteln 141,13 Euro (zzgl. MwSt.) und alle weiteren 89,53 Euro (zzgl. MwSt.) für die gesamte Dauer. „Die Standgebühren sind zwar angestiegen, im deutschlandweiten Vergleich aber noch relativ human”, so Christoph Plexnies. Dazu kommen noch Kosten für Strom, Wasser und die Müllentsorgung. Das Risiko dabei: Die Ausgaben fallen selbstverständlich auch an, wenn nichts verkauft wird.