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Die Wölfe kehren zurück

Mehr als 100 Jahre lang war der Wolf aus Deutschland verschwunden. Inzwischen ist er eine geschützte Wildtierart und darf sich wieder ansiedeln. Am enercity Wasserwerk in Fuhrberg wurde bereits einer gesichtet.

Wieder da: Auch in Niedersachsen wird der Wolf wieder heimisch. (Foto: www.public-domain-image.com / Hollingsworth John and Karen, U.S. Fish and Wildlife Service)
Gerd Kleinschmidt ist Mitarbeiter im Wasserwerk Elze und passionierter Jäger. Eines Abends hatte er auf seinem Ansitz in der Nähe des Trinkwasser-Erlebnispfades eine unge­wöhnliche Begegnung. „Ich döse so vor mich hin, als sich plötzlich eine Ricke am Waldrand erschreckt und panisch über die Frei­fläche vor meinem Hochsitz läuft. In einem Ab­stand von nur 30 Metern folgte ihr der Wolf. Er blieb stehen, sicherte sein Umfeld und zog mehrere Kreise. Einen Moment später hat er sich umgedreht und ist im Wald verschwunden“, berichtet Kleinschmidt.

Das erste Mal wurde der Wolf im Fuhrberger Raum Anfang dieses Jahres entdeckt. Seither werden die Tiere regelmäßig zwischen Großburgwedel und Wietze gesichtet. Es wird vermutet, dass sie von einem Revier nördlich der Aller im Landkreis Celle stammen, wo sich ein Wolfspaar etabliert hat. Ausgewachsene Jungwölfe müssen sich neue Territorien erschließen, wenn sie von den Eltern in den angestammten Revieren nicht mehr geduldet werden.

Für den Menschen sind die Wölfe in der Regel ungefährlich. Laut Förstern und Jägern habe es in Fuhrberg bisher auch keine Übergriffe auf Nutzvieh gegeben. Da die Wildbestände in den Wäldern sehr hoch sind, werden sie dort genügend Nahrung finden. Um das Kaninchen im Garten müssen sich die Bewohner Fuhrbergs wenig Sorgen machen. Die Abend- und frühen Morgenstunden, in denen der Wolf aktiv ist, verbringt das Langohr meist im abge­schlos­senen Stall.

Wölfe versuchen in der Regel größere Beutetiere wie Rot-, Reh- oder Schwarzwild zu jagen, nehmen aber auch mit kleineren Tieren wie Mäusen vorlieb. Manchmal aber leider auch mit Nutztieren. Wenn Schafe, Ziegen und Kälber durch Zäune oder Herdenschutzhunde nicht ausreichend abgesichert sind, stellen sie für einen Wolf eine leichte Beute dar.

enercity-Wasserwerk Fuhrberg
Hier wurde der Wolf gesichtet: enercity-Wasserwerk Fuhrberg.

In Niedersachsen leben derzeit rund 40 Wölfe, viele von ihnen in der Lüneburger Heide und im Wendland. Dass man einen Wolf auch einmal in der Eilenriede in Hannover antrifft, ist eher unwahr­schein­lich. Dort herrscht für ihn zu viel Getümmel und das Raubtier geht dem Menschen gerne aus dem Weg. „Aber wenn man so ein Tier mal von Nahem sieht, verursacht das einem schon Gänsehaut“, sagt der enercity-Mitarbeiter Kleinschmidt. „Unser Wolf im enercity-Forst ist auch ein richtig großes, starkes Tier. So etwas sieht man nicht alle Tage.“

Nachgefragt

Was bedeutet es für Anwohner, wenn sich ein Wolf in der Nähe niedergelassen hat? Das erklärt Dr. Britta Habbe, Wolfsbeauftragte der Landesjägerschaft Niedersachsen.

Frau Dr. Habbe, muss man vor einem Wolf Angst haben?
Die Gefahr, die vom Wolf für den Menschen ausgeht, ist gering. In Niedersachsen sieht man einen Wolf meist vom Auto oder Trecker aus, oder aber als Jäger vom Ansitz. Grundsätzlich bleibt der Wolf aber ein Wildtier und denen muss man immer den notwendigen Respekt entgegenbringen, denn eine hundertprozentige Sicherheit gibt es bei Wildtieren nie.

Wie reagiere ich, wenn ich ihm doch einmal überraschend gegenüberstehe?
Man sollte stehen bleiben, warten, bis der Wolf einen registriert hat, und sich dann ruhig zurückziehen. Wenn man sich in der Situation wohlfühlt, darf man auch gerne bleiben und das Tier beobachten. Nur das geht auf keinen Fall: anlocken und füttern!

Was müssen Hundebesitzer in Wolfsterritorien beachten?
Ein frei laufender Hund würde bei einer Begegnung mit einem Wolf in der Regel den Kürzeren ziehen. Deshalb sollte der Hund in einem Wolfsterritorium abrufbereit, in Sichtweite und am Mann gehalten werden.