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Energie-Frage

Kaffee oder Tee?

Frisch aufgebrüht: Kaffee ist das Lieblingsgetränk der Deutschen.
Frisch aufgebrüht: Kaffee ist das Lieblingsgetränk der Deutschen.

Ob morgens zum Wachwerden, während der Pause oder in gemütlicher Runde um den Adventskranz: Heißgetränke gehören fast immer dazu. Die meisten Deutschen schwören dabei auf die braune Bohne. Nach Angaben des Deutschen Kaffeeverbands lag der Pro-Kopf-Verbrauch an Kaffee im Jahr 2011 bei 149 Litern. Tee kam dagegen im bundesweiten Durchschnitt nur auf 26 Liter. Allerdings gibt es hier deutliche regionale Ausreißer: Die als Teeliebhaber bekannten Ostfriesen trinken pro Kopf und Jahr zum Beispiel ganze 300 Liter – und liegen damit laut Informationen des Deutschen Teeverbands weltweit an der Spitze.

Doch wie schneiden Kaffee und Tee eigentlich beim Energieverbrauch ab? Schon bei Anbau und Verarbeitung von Teeblättern und Kaffeeschoten gibt es Unterschiede. Die Global Environmental Facility gibt an, dass in Indien 30 Prozent der Produktionskosten für Tee auf den Energieverbrauch entfallen. Für ein Kilogramm Tee werden dort 0,5 Kilowatt­stunden (kWh) Strom verbraucht.

Ähnliche Zahlen liegen für Kaffee vor: Um ein Kilogramm rohe Kaffeebohnen zu gewinnen, fließen rund 0,3 kWh Strom. Allerdings müssen die Kaffeebohnen anschließend noch ge­dämpft, getrocknet, geröstet und sortiert werden – was noch mal eine Extraportion Energie kostet. Beim Tee entfallen diese Schritte weitgehend. Grundsätzlich gilt: Je weiter ein Getränk verarbeitet wird, desto größer ist der Energieaufwand und desto schlechter die CO2-Bilanz. Lose Teeblätter sind damit nachhaltiger als Teebeutel, frischer Kaffee ist besser als die Instantvariante.

Zu Hause kommt es dann vor allem auf die Art der Zubereitung an. Wasserkocher oder Kaffeemaschine verbrauchen deutlich weniger Strom als der Kessel auf dem Herd. Wichtig ist auch die Gerätepflege: Eine verkalkte Kaffeemaschine zieht mehr Energie als eine einwandfrei gewartete.

Vorsicht ist bei modernen Kaffee-Vollautomaten geboten. Sie verursachen schnell Leerlaufverluste. Manche Maschinen halten zum Beispiel ständig warmes Wasser bereit. Das ist zwar bequem, treibt aber auch den Stromverbrauch in die Höhe. Beim Kauf sollte man daher auf ein energieeffizientes Gerät mit automatischer Abschaltfunktion achten. Wenn diese fehlt: einfach von Hand abschalten oder den Stecker ziehen, sobald der Kaffee fertig ist. Das Gleiche gilt für herkömmliche Kaffeemaschinen mit Warmhalte­platte. Im Schnitt verbrauchen diese Geräte nämlich nur 20 Prozent des Stroms für das Erhitzen des Wassers. Die restlichen 80 Prozent gehen anschließend für das Warmhalten des fertigen Kaffees drauf. Besser ist es also, das Getränk sofort nach der Zubereitung in eine Thermoskanne umzufüllen.

Egal ob Kaffee oder Tee: Von seinem Lieblingsgetränk sollte jeder immer nur die Menge zubereiten, die er auch wirklich trinkt. Jeder Tropfen mehr verbraucht zusätzlich Strom und belastet unnötig Klima und Budget.